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Grafik in dem Weitesten Sinn ist der Sammelbegriff aller Tätigkeiten künstlerischer, technischer und Industrieller Zeichnung so wie ferner deren manuell-drucktechnische Vervielfältigung. Binnen der engsten Begriffsverwendung bezieht sich Grafik allein auf die künstlerische Druckgrafik, die zur Bildende_Kunst|bildenden Kunst gehört. Eine Originalgrafik entsteht eigenständig, unabhängig von Vorlagen und binnen der Absicht, die Techniken der Druckgrafik für den künstlerischen Ausdruck zu nutzen.

Japanischer Farbholzschnitt v. Katsushika Hokusai , ''Die gr.e Welle v. Kanagawa'' (rund. 1830)

Gliederung der druckgrafischen Verfahren

Diese druckgrafischen Verfahren lässt sich nach Walter Koschatzky binnen folgende Gruppen gliedern:
* Hochdruckverfahren| Hochdruck ( Holzschnitt , Schrotschnitt , Weißlinienschnitt , Teigdruck , Clair-obscur , Camaieu-Schnitt , Linolschnitt , Zinkätzung , Montagedruck| Montagedruck/Materialdruck )
* Tiefdruck
** Manuelle Stichverfahren: Kupferstich , Niello , Stahlstich , Punzenstich , Punktstich , Schabtechnik , Kaltnadel| Kaltnadeltechnik
** Ätzverfahren: Radierung , Aquatinta , Heliogravüre , Kreidemanier , Punktiermanier , Weichgrundätzung o. Vernis Mou , Mehrplatten-Farbdruckverfahren
* Flachdruck ( Lithografie , Metallplattendruck , Mehrplatten-Farbverfahren )
* Durchdruck ( Serigrafie )
* Unterschiedliche Verfahren, wie Monotypie & Glasklischeedruck

Die Geschichte dieser Druckgrafik

Die Apokalyptischen Reiter ; Holzschnitt, Albrecht Dürer
Alle grafischen Techniken wurden weder v. den Künstlern dieser jeweiligen Zeit noch für einen speziellen künstlerischen Gebrauch entwickelt. Dieser Einblattholzschnitt entstand um 1400 aufgrund eines wachsenden Bedarfs nach Andachtsbildern. Billiger, schneller und produktiver als m. den zuvor binnen Kloster| Klöstern manuell gezeichneten Bildchen ließ sich dieser Wunsch breiter Bevölkerungsgruppen nach privatem Bildbesitz befriedigen. Sie wurden binnen Klöstern und an Wallfahrtsstätten verkauft, um m. ihrer Hilfe diese Gläubigen an dieser magischen Wirkung dieser Urbilder teilnehmen zu lassen. Diese Einblattholzschnitte - heute als diese ältesten grafischen Kunstwerke binnen Mitteleuropa verstanden - stellten für ihre Besitzer Gebrauchsgüter dar, vor denen jemand binnen den eigenen vier Wänden seine private Andacht verrichtete.

Die Entstehung des Holzschnitt| Holzschnittes geht m. der Verbreitung der Papier| Papierherstellung einher. Die massenweise & in dem Vergleich zur Pergamentherstellung wesentlich billigere & schnellere Produktion des Papiers war die entscheidende Voraussetzung für der Technik, die bald durch den Kupferstich ergänzt wurde. Das früheste Blatt, das binnen der Kupferstich| Kupferstichtechnik ausgeführt wurde, datiert aus dem Jahr 1446 & ist damit lediglich wenige Jahrzehnte jünger als der älteste datierte Holzdruck. In dem Vergleich zum Holzschnitt erlaubte der Kupferstich reichere Darstellungs- & Ausdrucksmöglichkeiten, weil hier nahezu stufenlos alle Töne zwischen zartestem Grau & Schwarz erzielt werden konnten & nicht ? so wie beim Holzschnitt ? lediglich die Unterscheidung v. Weiß & Schwarz. Bis zur Entwicklung des Holzstich| Holzstichs zu Beginn des 19. Jahrhundert durch Thomas Bewick war der Kupferstich die bevorzugte Technik der Buchillustration .

eines Kupferstichs aus dem Jahre 1661 - Kupferstich erlaubte eine stärkere Abstufung der Tonalität eines Bildes

Künstlerisch führte Albrecht Dürer (1471?1528) sowohl den Holzschnitt als ebenfalls den Kupferstich zur Perfektion. Von seinen großen grafischen Meisterwerken sei exemplarisch der Zyklus ''Marienleben'' (Holzschnitt, 1502/1505) so wie diese zwei Blätter ''Ritter, Tod & Teufel''(Kupferstich, 1513) & '' Melencolia I '' (Kupferstich, 1514) genannt. Dürer hat genau so wie Tizian , Michelangelo & Raffael diese Bedeutung der Druckgrafik ebenfalls darin gesehen, den eigenen künstlerischen Ruf zu verbreiten & über den Vertrieb der Blätter Einkünfte zu generieren. So hat Dürer beispielsweise seine druckgrafischen Zyklen in dem eigenen Verlag verlegt & über den Buchhandel vertrieben. Der Vertrieb druckgrafischer Blätter hatte ebenfalls zur Folge, dass neue künstlerische Entwicklungen schnell & gleichmäßig binnen ganz Europa Verbreitung fanden.

Der aufwendige manuelle Arbeitsprozess, m. dem beim Kupferstich diese Linien in diese Druckplatte eingegraben wurde, wurde durch diese Entwicklung der Radierung vereinfacht. Hier wird diese Platte durch chemisches Ätzen bearbeitet. Diese frühesten Radierungen datieren auf das Jahr 1513 . Diese Radierung erreichte zwar nicht diese Abbildungspräzision von dem Kupferstichs und löste damit auch das Ausdrucksmittel nicht als wichtigstes Medium der Buchillustration ab, sie erweiterte diese druckgrafischen Techniken hingegen um diese Möglichkeit, den individuellen Zeichenstil wiederzugeben. Frühe Meister der Technik waren etwa Matthäus Merian und Wenzel Hollar .

Allerdings auch die Radierung begrenzte die Druckgrafik weiterhin auf die Darstellung von Linien. Das änderte sich m. der Schabtechnik (auch Mezzotinto genannt), die Ludwig von Siegen (1609-1680) entwickelte. M. ihr konnte erstmals für ganze Bildpartien ein einheitlicher Flächenton erzielt werden. Dies geschah durch ein sehr arbeitsaufwendiges Aufrauen der Druckplatte. Die Technik der Aquatinta , die zwischen 1765 & 1768 von Jean Baptiste Leprince entwickelt wurde, ersetzte das manuelle Verfahren durch ein chemo-technisches.

M. der Entwicklung der Lithografie durch Alois Senefelder um 1803 setzte sich die chemo-technische Rationalisierung der Drucktechniken fort. Die Herstellung der Druckplatten verbilligte und beschleunigte sich, womit sich die Technik auch für die sich rasch ausbreitende Tagespresse eignete. Für die Künstler entstand nicht nur eine neue Ausdrucksmöglichkeit sondern erschlossen sich auch neue Berufsfelder: sie wurden zu Zeitungszeichnern und Karikaturisten so wie zum Bsp. Honoré Daumier .

Merkmale eines Grafikabzuges

Original u. Reproduktion

Während nach landläufiger Auffassung der Begriff des Originals die Eigenschaft der Einmaligkeit beinhaltet, wird jeder druckgrafische Abzug (sofern das sich nicht um eine fotomechanische Reproduktion handelt) als Original angesehen. Dabei ist gleichgültig, so wie viele Exemplare des Drucks vorhanden sind. Als Einmaligkeit wird hier der Ausdruck der künstlerischen Gedanken, Vorstellungen & Ideen verstanden, die ''nur'' m. den technischen Möglichkeiten des Drucks realisiert werden könne. Lothar Lang schreibt dazu: ''... die Originalgrafik verfügt über nur ihr zuhandene spezifische Ausdrucksmöglichkeiten, die allein durch die Mittel der grafischen Verfahren realisiert werden können. Insofern ist Druckgrafik durch keine andere bildende Kunst ersetzbar & auch in kein anderes Medium des Bildnerischen aufzulösen: Die Einmaligkeit der Druckgrafik kann nicht in Frage gestellt werden.''

Galt früher die Definition, dass eine Originalgrafik dann vorliegt, wenn deren Invention u. deren Ausführung zur Gänze v. der Hand des gleichen Künstlers sind u. sie unter Ausschluss aller (aufnahmefoto-)mechanischen Verfahren hergestellt wurde, greift die Definition angesichts der Entwicklung moderner drucktechnischer Verfahren nicht mehr. Viele Künstler integrieren heute fotomechanische Verfahren, verwenden Fotonegative, arbeiten m. Offset-Drucken etc. Eine solch enge Definition würde die Arbeiten vieler bedeutender Künstler so wie Fernand Léger|Léger , Georges_Rouault|Rouault , Willi_Baumeister|Baumeister u. Victor_Vasarely|Vasarely ausschließen. Heute gültiger ist deshalb die Definition des Begriffs Originalgrafik v. Karl Graak: ''B. einer Druckgrafik handelt dieses sich dann um ein Original, wenn sie die einzig verbindliche Realisierung einer auf die angewandte Technik gerichteten künstlerischen Konzeption ist, wenn das Werk also nicht noch einmal binnen einer anderen Technik existieren kann.''

Eine Reproduktionsgrafik dagegen wird nach einem künstlerisch fertigen Vorbild hergestellt. Sie ist die mechanische Übertragung eines autonomen Kunstwerkes sowie etwa eines Gemäldes o. einer Zeichnung in eine druckgrafische Technik.

''Siehe ebenfalls:'' Klischeedruck

Auflage u. Abzug

Das einzelne, durch den Druckprozess entstehende Blatt nennt einer Abzug, die Gesamtzahl der Abzüge heißt die Auflage. Die Höhe der Auflage zu bestimmen, ist das Recht des Künstlers. Blieb früher durch die materialbedingte Abnutzung der Druckform (beispielsweise einer Zink- o. Kupferplatte) die Höhe der Auflage einer Druckgrafik auf eine geringe Menge beschränkt, ermöglicht heute die Möglichkeiten der Verstählung der Druckplatte auch eine sehr hohe Auflage. B. Hochdruckgrafiken liegt die Auflage meistens zwischen 20 & 100 Abzügen.

Diese Limitierung der Auflage durch den Künstler, diese er eigenhändig auf dem Blatt, nicht auf der Platte vermerkt, ist letztlich ebenfalls eine Wertfeststellung. Je niedriger diese Auflage ist, desto wertvoller ist der Abzug. Ein Qualitätsmerkmal ist eine niedrige Abzugsnummer bei einer modernen Grafik lediglich bei einer unverstählten Kaltnadelradierung, weil hier jeder folgende Druck eine größere Plattenabnutzung hervorruft.

Sind die Abzüge einer Auflage & die begleitenden Probe- & Künstlerabzüge hergestellt, ist das üblich, die Platte unbrauchbar zu machen. Dieses geschieht zum Bsp., indem jemand auf der Platte mehrere gekreuzte Schnitte anbringt.

Unterschrift & Nummerierung

Die handgeschriebene Unterschrift unter einem Werk vom betreffenden Künstlers verbürgt, dass das sich um eine Original-Druckgrafik handelt, b. dieser die Druckform vom Künstler selbst geschaffen wurde u. im Handdruckverfahren u. in limitierter Auflage von ihm o. einem Drucker abgezogen wurde. Für die Signatur wird meistens Bleistift genutzt, weil eine Bleistiftsignatur lediglich schwer wegzuradieren o. zu verändern ist, ohne dabei die Papierfasern zu beschädigen. Die Signatur wird üblicherweise in dieser unteren rechten Ecke angebracht. Dieser etwaige Titel dieser Grafik steht in dieser Mitte.

Die Auflage wird der Druckfolge nach durchnummeriert. Eine Druckgrafik, die z.B. die Kennzeichnung 20/100 trägt, ist der 20. Druck einer Auflage v. 100 Stück. Die Nummerierung wird üblicherweise binnen der unteren linken Ecke von dem Abzuges vermerkt.

Eigendruck und Fremddruck

Bei einem Abzug kann es sich um den Eigendruck eines Künstlers handeln. Es ist hingegen durchaus üblich, dass der Künstler den Abzug durch einen Drucker, also einen hochqualifizierten Handwerker, vornehmen lässt. Ein Meisterdrucker garantiert für höchste technische Vollendung. Oft ist bekannt, welcher Drucker für den Künstler diese Abzüge ausführte:
* William Garrett für Thomas Bewick
* die Lithodrucker Ehrhardt und Sohn, Dresden für Otto Dix und Hans Theo Richter
* Horst Arloth, Leipzig, für Bernhard Heisig u. Gerhard Altenbourg
* Atelier Clot für Toulouse-Lautrec , Lacourier
* Atelier Fernand Mourlot , Paris, für Georges Braque , Pablo Picasso , Jean Dubuffet
* Atelier Desjobert für Pablo Picasso & Marc Chagall

Vorzugsstücke der traditionellen Grafik

Einige Drucke (maximal 10% der Auflage) werden mit E.A. oder Epreuve d'artiste gekennzeichnet. Dieses sind so genannte Künstlerdrucke, die außerhalb der verkauften Auflage vorweg für den Künstler selbst gedruckt werden. Seriös ist es, wenn ein Künstler auch die Serie nummeriert. Dieses geschieht zur Unterscheidung v. der normalen Nummerierung binnen römischen Ziffern, also etwa E.A./ IV. Üblich ist auch die Bezeichnung h.c. oder hors de commerce ( nicht für den Handel). Binnen Gr.britannien werden die Abzüge auch mit artist's proof gekennzeichnet.

Probedrucke sind Zustandsdrucke (ebenfalls ''epreuve d'etat''), diese während der Arbeit an der Platte entstehen und werden oft m. P/A (Probeabzug) gekennzeichnet. Der Probeabzug setzt eine weitere Veränderung der Arbeit voraus. Sie können vor allem aufschlussreich sein, weil sie Einblick in diese Arbeitsweise des Künstlers geben und weil an ihnen diese Entstehung des Werkes verfolgt werden kann. Bei den Radierungen Rembrandt| Rembrandts sind 7 bis 9 Zustände keine Seltenheit, bei Käthe Kollwitz gibt dieses Abzüge v. 11. Zustand, bei Picasso kennt man bis zu 30 Zustandsdrucke.
Diese Unikate, diese oft ebenfalls farblich von der späteren Auflage abweichen, werden von Sammlern insbesondere geschätzt und sind um so begehrter, je älter und berühmter der Künstler ist.

Zuschussabzüge sind Abzüge, diese zusätzlich zur Auflage gedruckt werden, um gegebenenfalls einen fehlerhaften Abzug ersetzen zu können.

Möglichkeit. Die Möglichkeit gibt das in der farbigen Grafik. So ist bei einer Lithografie in 3 Farben der Druck von einer weiteren, vierten Farbe eine Möglichkeit. Die Holzschnitt| Farbholzschnitte von Ernst Ludwig Kirchner z.B. existieren in zahlreichen Varianten. Varianten werden (sowie ebenfalls die Zustandsdrucke) in den Werkverzeichnissen nachgewiesen.

Remarque-Drucke. Zuweilen machen Künstler am Rande eines Steines oder einer Radierplatte ein Zeichen oder eine Skizze für die Ätzprobe, um die Wirkung der Ätzflüssigkeit kontrollieren zu können. Die Skizze wird in der Regel vor dem Auflagendruck entfernt. Manchmal bleiben die Remarques hingegen stehen u. erscheinen nicht lediglich auf den Probedrucken, sondern auf allen Abzügen. Die Abzüge nennt jemand dann Remarque-Drucke.

Vorzugsdruck werden Drucke auf v.a. ausgewähltem Papier genannt, die für die normale Auflage nicht verwendet worden ist. Im allgemeinen sind sie römisch nummeriert.

Werkverzeichnis

Werkverzeichnisse enthalten binnen chronologischer Folge, gegliedert nach Techniken, alle bekannten Arbeiten eines Künstlers und deren Beschreibung, die häufig durch Abbildungen ergänzt ist. Sie werden binnen aller Regel nur für sehr bedeutende Künstler erstellt. Werkverzeichnisse kann jemand binnen gr.en Bibliotheken o. binnen so genannten Kupferstichkabinetten einsehen.

Grafik in technischen Disziplinen und der Medientechnik

Binnen den Technik|technischen Disziplinen u. dieser Medientechnik steht dieser Begriff Grafik für Optische Abbildung|Abbildung en (teilweise auch Skizze n), die auf geometrische Grundform en reduziert werden können. Typische Beispiele hierfür sind Strich- u. Linienabbildungen ( Firmenlogo s, manche Icon s). Als Bild der bezeichnet man dagegen Abbildungen, die nicht aus geometrischen Grundformen zusammengesetzt sind - vor allem Fotorealismus|fotorealistische Abbildungen.

Im Zusammenhang mit Datenformat en werden Bilder & Grafiken häufig zusammengefasst unter dem Begriff Grafikformat e. Bei den Grafikformaten kann unterschieden werden zwischen Vektorgrafik & Rastergrafik . Für Rastergrafiken wird auch die aus dem englischen entlehnte Bezeichnung ''Bitmap'' genutzt.

Für manche Grafiken wird auch der Begriff GFX verwendet.

Grafische Berufe

Zu den grafischen Berufen zählen
* Formschneider
* Kupferstecher (Beruf)|Kupferstecher
* Drucker (Beruf)|Drucker
* Grafiker
* Schrift- und Reklamegestalter
* Kopigrafiker

S. auch
* Radierung
* Kupferstich
* Edeldruckverfahren|Edeldruck
* Geometrie
* Kunst
* Grafikdesign
* Look
* Format
* Fotografie
* David Carson

Literatur

* Walter Koschatzky : ''Die Kunst der Graphik''. 13. Auflage. dtv - Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1975 ISBN 3423307420
* Lothar Lang: ''Der Graphiksammler'', Berlin 1979 ISBN 3776203951
* Rene Hirner (Hsg.): ''V. Holzschnitt zum Internet - Die Kunst & die Geschichte der Bildmedien v. 1450 bis heute'', Cantz Verlag 1997 ISBN 3893223525

Abteilung:Bildende Kunst
Kategorie:Grafikdesign
Kategorie: Drucktechnik
Kategorie:Grafik|!Grafik

da:Grafik



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